Radiologie Koblenz Aktuell

Brustkrebsfrüherkennung geht in die zweite Runde

Koblenz, Juli 2009: Zwei Jahre nach dem Start des Mammographie-Screening-Programms in der Mittelrhein-Region geht das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm in Koblenz in die zweite Runde:

Rund 40.000 Frauen zwischen 50 und 69 Jahren aus Koblenz und Umgebung werden in diesen Wochen erneut mit einem persönlichen Schreiben zur Untersuchung eingeladen. Lag die Teilnahmequote in 2007 bei gut 50 Prozent, möchten die Programmverantwortlichen Ärzte dieses Mal 70 Prozent und mehr der anspruchsberechtigten Frauen zum Mitmachen motivieren.

Mehr als 45.000 Frauen wurden bislang in der Screening-Region Mittelrhein untersucht.

„Die regelmäßige Mammographie-Untersuchung alle zwei Jahre ist das beste Verfahren, um Brustkrebs früh zu erkennen und damit gut behandeln zu können“, machen die für das Screening-Programm verantwortlichen Ärzte Dr. Jochen Schenk (Radiologisches Institut Hohenzollernstraße) und Dr. Toni Vomweg (Radiologisches Institut Dr. von Essen) deutlich. Die bisherigen Ergebnisse sind aus Sicht der beiden Radiologen der beste Beweis dafür: Mehr als 500 Brustkrebserkrankungen wurden in den vergangenen zwei Jahren im Rahmen des Screenings bei den Frauen in der Mittelrhein-Region entdeckt. Das entscheidende dabei: Etwa 80 Prozent der gefundenen Tumore waren in einem frühen Stadium, das heißt kleiner als 2 cm. „Bei dieser Größe sind die Möglichkeiten zu schonenden, brusterhaltenden Eingriffen und die Heilungschancen sehr gut“, unterstreichen die beiden Mediziner.

Brötchentüten und Radiospots motivieren zum Mitmachen

Noch mehr als beim letzten Mal informiert die Kooperationsgemeinschaft durch eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit die Frauen über die Bedeutung des Screenings. „Zum einen finden sich in den meisten Koblenzer Arztpraxen sowie Apotheken Informationen zum Thema; zum anderen nutzen wir z.B. die Möglichkeit, die Frauen über Radiospots, Buswerbung oder einen Aufdruck auf Brötchentüten eines Koblenzer Bäckers, der uns hier unterstützt, zu erreichen“, so Dr. Vomweg und Dr. Schenk. In den USA oder in Ländern wie Holland, wo das Programm schon über 20 Jahre laufe, sei das Mammographie-Screening eine selbstverständliche Sache. „In Schweden liegt die nächste Screening-Praxis oft mehrere Stunden entfernt. Trotzdem wird die Untersuchung von den meisten Frauen wahrgenommen“, berichtet Dr. Schenk.

In den zwei speziell eingerichteten Screening-Praxen in der Emil-Schüller- und Hohenzollernstraße können die Frauen aus Koblenz und Umgebung die Mammographie quasi um die Ecke machen lassen. Den Untersuchungstermin und –ort bekommt jede Frau mit ihrer Einladung mitgeteilt. Zur Sicherung der Qualität sind sowohl die radiologisch-technischen Assistentinnen als auch die Radiologen, die die Befundung vornehmen, besonders geschult. Für eine minimale Strahlenbelastung und ein optimales Röntgenbild werden modernste digitale Vollfeldmammographie-Geräte eingesetzt. Auch die permanente Qualitätskontrolle unterliegt strengen Vorgaben.

Neuer Screening-Standort wurde im Juni in Mayen eröffnet

Mehr als 45.000 Frauen wurden bislang in der Screening-Region Mittelrhein untersucht. Ein Gebiet das sich über das nördliche Rheinland-Pfalz, bis Bad Neuenahr und den Westerwald erstreckt. Zur Erweiterung der Untersuchungskapazität wurde vor kurzem, am 22. Juni, ein drittes Screening-Zentrum in Mayen eröffnet; ein weiterer Standort in Betzdorf ist in Planung. Desweiteren haben die beiden Ärzte die Anschaffung und den Betrieb eines sogenannten Mammobils, einer fahrbaren Mammographie-Einheit, fest ins Auge gefasst. Diese soll voraussichtlich schon in wenigen Monaten in größeren Orten stehen, um die Anfahrtswege der Frauen möglichst unter 25 km zu halten.

In Koblenz steht jetzt erst einmal die Durchführung der zweiten Screening-Runde an, bevor es wieder in nördlichere Regionen geht. „Die Stadt Koblenz hat so viel zu bieten, allein wenn man an die bevorstehende BUGA denkt. Es wäre toll, wenn die Koblenzerinnen auch in Sachen Brustkrebsfrüherkennung zeigen würden, dass sie spitze sind“, spornen Dr. Vomweg und Dr. Schenk alle Frauen von 50 bis 69 Jahren zum Mitmachen an. „Eine Teilnahmequote von 70 Prozent und drüber bei der Brustkrebsfrüherkennung – das wäre ein toller Erfolg! Denn je mehr Frauen mitmachen, umso besser gelingt es, dem Brustkrebs keine Chance zu geben.“

Nähere Infos gibt es auch unter der Rheinland-Pfalz weiten Telefon-Hotline 01805 / 770 007 (14ct/min aus dem dt. Festnetz; Mo-Fr 8-17 Uhr; Fr. 8-14 Uhr) oder unter www.mammographie-mittelrhein.de